Monatsgedichte für die Grundschule

13:02

der heutige Post ist „fachfremd“ – es sei denn, man betrachtet den Rhythmus von Gedichten auch als Musik.

meine eigene Grundschullehrerin Eleonore Heim gab uns jeden Monat ein Gedicht auswendig zu lernen. als ich diese Gedichte nun online suchte, stellte ich fest, dass sie nicht existieren. Eleonore Heim hat sie wohl selbst verfasst, war aber zu bescheiden, um ihren Namen darunterzusetzen. erhärtet wird dieser Schluss dadurch, dass wir im Mai „Die Tulpe“ von Josef Guggenmoos gelernt haben – und hier stand der Autor darunter.

ich möchte Eleonore Heim, die leider bereits verstorben ist, hier würdigen, indem ich ihre schönen Gedichte veröffentliche. manche davon habe ich immer noch im Gedächtnis.

Monatsgedicht Januar

Spatzenjanuar

Weiß steht der Wald,
sagen die Spatzen.
Und es ist kalt,
sagen die Spatzen.
Doch Eis und Schnee,
sagen die Spatzen,
tun uns nicht weh,
sagen die Spatzen.
Im Federkleid,
sagen die Spatzen,
sind wir gefeit,
sagen die Spatzen.
Doch eins tut not,
sagen die Spatzen:
ein bisschen Brot,
sagen die Spatzen.

(Eleonore Heim)

Monatsgedicht Februar

Bub im Februar

Viel schwärzer sind die Krähen
als je zuvor.
Das Wasser in den Seen
gefror.
Der Frost, der harte Knacker,
tut weh.
Es steht ein kleiner Racker
im Schnee.
Er holt vom Hofe Reisig
und spricht:
"Hier draußen ist es eisig!
Drin nicht!"
Dann trägt der kluge Bube
voll Stolz
hinein in Haus und Stube
das Holz.

(Eleonore Heim)

Monatsgedicht März

Hoffnung im März

Schnee, Sonne und Regen,
ein hoffendes Herz
und Matsch auf den Wegen
beschert uns der März.

Den Bach lässt er rieseln
mit freundlichem Ton.
Mal lässt er es nieseln,
mal wärmt er uns schon.

Bald singen wir Lieder,
bald hüpft uns das Herz.
Der Frühling kommt wieder!
So hofft man im März.

(Eleonore Heim)

Monatsgedicht April

Es ist April

Der Baum ist grün.
Der Vogel schwirrt.
Blau siehst du's blühn,
weil's Frühling wird.

Es liegt im Nest
schon manches Ei,
das hoffen lässt
auf Glück und Mai.

Es singt und fliegt,
wer kann und will.
Die Sonne siegt.
Es ist April.

(Eleonore Heim)

Monatsgedicht Juni

Kirschenjuni

Der Juni bringt Kirschen,
die roten und blau'n;
drum wollen wir pirschen
zum Kirschgartenzaun.

Wir schleichen gleich Dieben.
Schon sind wir ganz nah.
Doch vor uns, ihr Lieben,
sind andere da.

Der Fink und die Ammer
mit grünlichem Bauch,
die picken, o Jammer,
und stehlen dort auch.

Doch Juni gibt gerne,
dem Menschen, dem Tier,
gibt Kirschen, gibt Kerne,
gibt dir und gibt mir.

(Eleonore Heim)

Mehr Monatsgedichte von Eleonore Heim folgen in den nächsten Tagen!

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