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Lesebücher wegpacken, Glockenspiele raus!

21:40
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oder: „Warum in meinen Klassen jedes Kind sein eigenes Glockenspiel haben soll:“

  1. auf dem Weg in den Musikraum und zurück geht viel Zeit verloren. kleinere Lerneinheiten von nur 10 oder 15 Minuten mit Instrumenten machen so keinen Sinn.
  2. der Musikraum ist nur zu bestimmten Zeiten frei.
  3. als wir uns Rhythmusinstrumente selbst gebastelt hatten und diese hinten im Klassenzimmer immer zur Verfügung standen, wurde mir klar, wie praktisch die Unabhängigkeit vom Musikraum ist.
  4. Melodieinstrumente lassen sich leider nicht so einfach selbst basteln und aufbewahren.

ein Anfang:

die Frage war für mich zunächst, ob die Eltern bereit sein würden, für ihr Kind zum Schuljahresbeginn ein Glockenspiel anzuschaffen.

so startete ich den ersten Versuch mit einem Billigprodukt für weniger als 10 Euro.

hier kamen keine Klagen von den Eltern, aber das Glockenspiel war des Namens nicht einmal würdig, so leise und katastrophal klang es. (auch das Verb „klang“ ist hier eigentlich fehl am Platz.)

neue Klasse, neuer Plan

Glockenspiel
für den nächsten Klassenturnus wählte ich dieses bunte Glockenspiel aus. ich kannte es schon, weil der Sohn meines Bekannten eins hatte, und wusste, dass es gut klingt und stabil ist. der Preis: unter 20 Euro.

ein weiteres Plus ist, dass es für dieses Instrument mehrere Notenbücher in den richtigen Farben gibt:
Bunte Noten Sonor Glockenspiel

oft schreibe ich aber auch selbst die Melodien auf PowerPoint und erfinde einfache Begleitungen. hierzu verwende ich meine bunten Noten.

beim Verteilen der Materiallisten am Elternabend stellte ich den Eltern frei, ob sie ein bereits vorhandenes bzw. selbst gekauftes Glockenspiel mit entsprechenden Farbpunkten bekleben oder das bunte Glockenspiel über mich bestellen wollten. bis auf zwei oder drei Familien, die bereits eins besaßen, bestellten alle über mich.

die Eltern an Bord gebracht

ich erntete zwar ein paar Seufzer angesichts des Preises, aber als ich die Eltern überzeugt hatte, dass ihr Kind dafür ein brauchbares Instrument bekomme und auch im Unterricht darauf zu spielen lerne, kamen keine Widersprüche. vielmehr hatte ich den Eindruck, dass sie die Entscheidung mittrugen. seither gehört das Glockenspiel fest auf meine Schulbedarfsliste.

mich selbst verpflichtet

den gewissen Druck, der dadurch für mich entsteht, das Glockenspiel viel im Unterricht einzusetzen, empfinde ich als positiv – denn er stellt sicher, dass ich es auch wirklich tue!

wir verwenden das Glockenspiel vielfältig:

  • für kleine Melodien
  • für Begleitungen zum Singen (Ostinato, aber auch anspruchsvollere Begleitungen)
  • zur Gehörbildung: Rätsel, welcher Ton höher ist (hier darf man das Instrument des Spielenden natürlich nicht sehen!), Suchen eines vorgespielten Tones mit dem eigenen Instrument; Nachsingen usw.
  • zum Improvisieren (zu Geschichten im Deutsch- und Religionsunterricht, Bildern im Kunstunterricht, Gefühlen im Sozialkundeunterricht usw.)
  • im Mathematikunterricht zum Zählen von Tönen bzw. Darstellen von Zehnern (tiefe Töne) und Einern (hohe Töne)
  • für akustische Signale im Unterricht

nicht selten gibt es sogar eine Hausaufgabe auf dem Glockenspiel.

ich hoffe, ich konnte euch inspirieren.

(wenn die Eltern aus einem sozial eher schwachen Milieu kommen, könnte man evtl. auch einen Klassensatz über die Schule anschaffen. dann würde ich aber davon absehen, die Instrumente mit nach Hause zu geben, da Klangplatten oder Schlägel verloren gehen können und oft nicht so gewissenhaft mit den Instrumenten umgegangen wird, wie wenn man sie selbst bezahlt hätte.)

selbst gemachte Liedblätter mit den bunten Noten findet ihr hier.

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