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Rezension: Abenteuer Klavier. Bd 1: Erlebnisse (Janet Vogt & Leon Bates)

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Abenteuer Klavier Erlebnisse Vogt Bates
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Abenteuer Klavier Erlebnisse Vogt Bates„Abenteuer Klavier“ ist eine amerikanische Klavierschule für Kinder (Originaltitel: „Piano Discoveries“), die von Michaela Paller für den Gebrauch im deutschen Sprachraum übersetzt und bearbeitet wurde. der Bd. 1 („Erlebnisse“) reiht sich ein zwischen „Vorstufe: Entdeckungen“ und den 2. und 3. Band („Erfahrungen“ und „Erfolge“). während die Vorstufe sich als Einstieg für „ganz junge Anfänger“ versteht und im Querformat gedruckt ist, hat der mir vorliegende Band 1 Kinder im Alter von 6 bis 7 Jahren als Zielgruppe. er eignet sich sowohl als Fortsetzung der Vorstufe als auch als erste Klavierschule zum Neueinstieg.

da ich die Vorstufe nicht kenne, werde ich die Klavierschule im Hinblick darauf bewerten, wie sie meiner Meinung nach für die angegebene Altersgruppe als Einstiegsbuch zu gebrauchen ist.

1. Aufbau

2. Lehrtempo/Lerntempo

3. Auswahl der Stücke

4. Gestaltung

5. Fazit

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1. Aufbau

das Heft ist 64 Seiten dick, auf denen schrittweise ein Tonumfang von c‘ bis d“ in der rechten Hand sowie von c bis d‘ in der linken Hand eingeführt wird. darüber hinaus lernt das Kind die einfacheren Taktarten kennen, Notenwerte bis zur Achtelnote, das Kreuz als Vorzeichen, Phrasierungen (Bindebogen und Staccato) sowie verschiedene dynamische Bezeichnungen.

zu jedem Stück gibt es mehrere verschiedenfarbige Textkästchen mit Theorie und Anregungen zu spannenden Aktivitäten (verschiedene Notationsformen, „Wegweiser“ zu Liedstrukturen Rhythmusübungen, Melodien erfinden) im Unterricht oder zu Hause. sie sind an den Schüler gerichtet, werden aber bestimmt manchem Lehrer helfen, die Klavierstunde ansprechend und vielseitig zu gestalten.

zum Abschluss des Buches bekommt der „Absolvent“ eine Ehrenurkunde (Rückseite des Umschlags) und als weiterer Bonus steckt hinten im Buch eine CD, auf der sich die Kinder anhören können, wie die Stücke klingen.

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2. Lehrtempo/Lerntempo

für sechs- bis siebenjährige Kinder dürfte das Lerntempo optimal sein. die ersten drei Stücke fangen ganz gemütlich mit Daumen und Zeigefinger an, zunächst die rechte Hand, dann die linke, dann beide. auf Seite 26 – es gibt immer ein Lied pro Seite – ist dann für beide Hände der Fünftonraum erreicht. auf Seite 35 werden erstmalig zwei Töne gleichzeitig angeschlagen (rechte Hand, Quinte), danach arbeitet sich die linke Hand schrittweise hinunter bis zum c und die rechte hinauf zum d“. das alles ist sicher gut machbar für die angegebene Zielgruppe und bleibt dabei immer motivierend, da praktisch bei jedem Stück etwas Neues hinzukommt. sinnvollerweise gibt es zur Vertiefung und Abwechslung noch ein passendes Spielbuch:

Spielbuch Abenteuer Klavier
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3. Auswahl der Stücke

die meisten der Liedchen sind von den Autoren selbst erfunden und in der deutschen Bearbeitung übersetzt worden. aus dem deutschen Liedschatz haben lediglich „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ und „Summ, summ, summ“ Eingang gefunden und vermutlich die ursprünglichen ersetzt. „Bruder Jakob“ vertritt die internationalen Lieder. super finde ich, dass auch klassische Musik schon drin ist, nämlich Beethovens „Ode an die Freude“ (unisono in beiden Händen auf S. 39) und Mozarts „kleine Nachtmusik“ (die Melodie auf beide Hände verteilt auf S. 40).

daran, dass bis S. 27 fünf Liedchen sich mit dem Thema „Essen“ beschäftigen („Tortenstück“, „Käse und Kräcker“, „Heute großes Pizza-Essen“, „Wer klaut alle Plätzchen?“, „Mein Eisbecher“), merkt man, dass das Buch aus Amerika ist. im Ernst! wir sind ja eine deutsch-amerikanische Familie und ich habe mich immer schon gewundert, warum es dort drüben sooo viele (auch traditionelle) Kinderlieder über Essen gibt… ein kleiner, feiner kultureller Unterschied, der Kindern in Deutschland aber sicher nicht auffallen wird (und wenn, wär’s auch nicht so schlimm).

ansonsten finden wir Titel wie „Tanzende Elefanten“, „Das Meer“, „Der Dudelsack“, „Tick tack“, „Bumm! Zack! Peng!“ oder „Freche Kobolde“ – und ich denke, damit ist schon viel gesagt.

alles in allem: gelungen (and occasionally „mouth-watering“).

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4. Gestaltung

die Seiten sind durchwegs sehr aufwändig und kindgerecht gestaltet. alles ist bunt, aber vorwiegend in Pastelltönen gehalten, so dass die Farben nicht aufdringlich wirken. auf jeder Seite finden sich liebevoll gemalte Bilder, die zum Lied oder Theorie-Thema passen. und bei alldem hat man nicht den Eindruck, dass von den Noten abgelenkt wird, welche auch für die Altersgruppe genau die richtige Größe (Höhe der Noten ca. 1,5 cm) haben.

ein wesentliches Merkmal der Schule sind die vielen bereits oben erwähnten Textblöcke (Erklärungen und Aktivitäten). diese können von den allermeisten Erstklässlern sicher noch nicht selbst erlesen werden – dazu ist die Schrift zu klein und die Sätze sind zu lang und zu schwierig. hier kann ich mir aber auch keine brauchbarere Alternative vorstellen. die Anregungen sind jedenfalls toll für den Lehrer und können den Kindern ja vorgelesen werden.

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5. Fazit

der Band 1 von „Abenteuer Klavier“ ist eine vielseitige, moderne und motivierende Klavierschule für ca. 6- und 7-jährige Kinder. Aufbau, Lehrtempo, Liedauswahl und Gestaltung sind stimmig und motivierend. dabei ist die Schule sehr kompakt: da praktisch auf jeder Seite etwas Neues eingeführt wird, ist das Spielbuch „Klavier-Erlebnisse“ sicher eine sinnvolle, evtl. auch notwendige Ergänzung.

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